Meditation und Mitgefühl unterm Bettlaken

„A Ghost Story“ (2017)

„A Ghost Story“ (2017)

Wer den Film „A Ghost Story“ (2017) noch nicht kennt – anschauen. Vielleicht allein. Aber Vorsicht! Man könnte etwas übers Leben lernen. Und sich selbst.

 

Passiv? Aktiv?

Einem Menschen (oder auch einem Geist) passiv zuzusehen und aktiv alle Emotionen wahrzunehmen, auch wenn vermeintlich gar nichts passiert: Gar nicht so leicht. Und doch wunderschön. Danke, dass es diesen Film gibt.

Nichts tun? Keine Action?

Nicht eingreifen zu können, wenn jemand still (und Kuchen essend) leidet: Das ist die Rolle, in die man als Zuschauer – genauso wie der Geist – „genötigt wird“. Und man kann diesen traurigen, trauernden Menschen weder in den Arm nehmen, noch sofort mit ihm/ihr in den nächsten Baumarkt rennen, um das Problem zu reparieren. Nichts tun? Keine Action? Einfach (Mit-)Fühlen? Das fällt, wie man vielen Kommentaren bei Amazon & Co. entnehmen kann, den meisten Menschen überhaupt nicht leicht. Diese Passivität zu ertragen, sie anzunehmen und vielleicht sogar eine Art von Schönheit darin zu entdecken, kann jedoch eine großartige Erfahrung sein. Danke, dass es diesen Film gibt.

Stille Schönheit

Der Trick kann darin bestehen, Mitleid durch Mitgefühl zu „ersetzen“. Dann kann man diesen grandiosen Film, in dem so wenig und so viel passiert (nur eben nicht laut) sogar genießen, ebenso die eigenen Emotionen währenddessen. Ohne zu leiden. Wenn es einem gelingt, die eigenen Gedanken beim Betrachten leise zu stellen, alle Emotionen zuzulassen, die Schönheit im Stillen zu spüren, die Tiefe in all den leisen, kleinen Momenten zu erleben: wow. (Das ist übrigens auch jenseits von „A Ghost Story“ eine feine Sache.) Was für ein Erlebnis, was für ein Geschenk. Danke, dass es diesen Film gibt.

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Hier geht’s zum Trailer.